Olaf Schlote | Fotografien // Erinnerungen.

Erinnerungen von Klaus Honnef

Olaf Schlote überbrückt die Ufer der Differenz und wagt den Spagat. Dabei schafft er Außerordentliches. Mit seinem fotografischen Projekt „Erinnerungen“ öffnet er Räume und Korridore. Er befreit das „fixierte“ Erinnern aus den Zwängen kategorialer Zuschreibungen – der Kunst wie der Wissenschaft. Erinnerung kann frei schweifen und bleibt gleichwohl nicht ohne Orientierung – wie „im richtigen Leben“. Fotografische Bilder liefern in seinem Projekt zwar die Orientierung, unterdrücken die subjektive Erfahrung aber nicht. Individuelle und kollektive Erinnerungen verzahnen sich. Sie behalten dennoch ihren eigenständigen Charakter. Die kollektiven werden den individuellen einverleibt. Das Erinnern wird buchstäblich zur leiblichen Erfahrung.

Selten hat ein Künstler die Essenz der (nicht nur fotografischen) Bilder klarer zur Anschauung gebracht und ihre Möglichkeit wie ihre Grenzen intensiver und imaginativer ausgelotet als Olaf Schlote. Kurzum: ein Meisterwerk.

Memories at work by Klaus Honnef

Olaf Schlote bridges the gap defined by this distinction and dares to attempt a balancing act. He creates something extraordinary in the process. With his photographic project ‘Memories’, he opens up spaces and corridors. He frees ‘fixed’ remembrance from the strictures of categorical attributions – those assigned by both art and science. Memory is able to wander freely and, nonetheless, does not lack orientation – just as in ‘real life’. It is true that photographic images provide orientation in his project; however, they do not suppress the subjective experience. Individual and collective memories interweave, but they still retain their independent character. The collective memories are incorporated into the individual memories. Remembrance literally becomes a corporeal experience.

Rarely has an artist more clearly presented the essence of all (not just photographic) images and explored their potential and their limits more intensively and imaginatively than Olaf Schlote. To put it briefly: a masterpiece.